Land Baden-Württemberg fördert Lastenräder

Land Baden-Württemberg fördert Lastenräder Foto: RadKULTUR, Lukas Breusch

Bis 3.000 Euro sind möglich +++ Die Initiative RadKULTUR zeigt, wie Unternehmen in Baden-Württemberg mit dem Lastenrad aufsatteln

Lastenräder boomen. Vor allem im gewerblichen Bereich. Das Land Baden-Württemberg fördert E-Lastenräder für den gewerblichen, gemeinnützigen, gemeinschaftlichen oder kommunalen Bereich mit bis zu 3.000 Euro. Die Initiative RadKULTUR hat deshalb verschiedene Unternehmen in Baden-Württemberg begleitet, in denen das Lastenrad mit viel Freude und originellen Transportideen zum Einsatz kommt.

Wenn Andreas Sieber morgens, dort, wo auf der Flurablage normalerweise der Akku für das Lastenrad liegt, ins Leere greift, weiß er: Seine Frau ist schon vorgefahren und liefert die erste Bestellung aus. "Das passiert häufig", scherzt Sieber, "meine Frau ist eigentlich keine große Radfahrerin. Doch vom Lastenrad war sie sofort begeistert." Andreas und Martina Sieber betreiben ein Reformhaus in Marbach am Neckar. Das Lastenrad nutzen sie täglich, nicht nur für Lieferdienste, auch für sperrige Transporte. "Einmal in der Woche bringen wir mit dem Rad unsere Umverpackungen zu einem Fachbetrieb. Die Pappe wird dort verwertet und wieder dem Kreislauf zugeführt. Eine Ladung hat zwischen 30 und 40 Kilogramm. 2019 sind wir also in Summe auf über eine Tonne Kartonage gekommen."

Neue Form der Mobilität
So wie Familie Sieber haben in den letzten Jahren viele Unternehmen in Baden-Württemberg das Lastenrad für sich entdeckt - kleine, mittelständige und große Firmen, Freiberuflerinnen und Freiberufler. Lastenräder für den gewerblichen Einsatz boomen nicht ohne Grund: Die Vielfalt an Lastenrad-Modellen und Zusatzfunktionen wie spezielle Boxen oder Aufbauten ermöglichen es, individuelle Transport- und Beförderungsbedürfnisse zu bedienen. Die Unternehmen setzen auf eine neue Form der Mobilität, die vor allem durch Kundennähe punkten kann. Denn wer mit einem Lastenrad unterwegs ist, profitiert von den üblichen Vorteilen des Radfahrens wie etwa dem Befahren der letzten Meile oder unkompliziertem Parken - und ist damit zeitgemäß mobil. Beim Klimaschutz und bei der nachhaltigen Transformation der Wirtschaft können Lastenräder deshalb eine wichtige Rolle spielen. Deshalb fördert das Land Baden-Württemberg die Anschaffung von E-Lastenrädern für den gewerblichen, gemeinnützigen, gemeinschaftlichen oder kommunalen Bereich mit bis zu 3.000 Euro. Landkreise, Städte und Gemeinden haben außerdem die Möglichkeit, sich über die Kommunenförderung der Initiative RadKULTUR einen Lastenrad-Verleih für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Vereine fördern zu lassen.

Das Lastenrad in der Kfz-Werkstatt
Was schon heute beim Blick auf die Unternehmen überrascht, ist der innovative Einsatz von Lastenrädern in allen Branchen - auch dort, wo man sie nicht sofort vermutet. Etwa bei Martin Gärtner, der eine Kfz-Werkstatt in Waiblingen-Neustadt betreibt und mit seiner unkonventionellen Lastenrad-Nutzung schon für viele staunende Blicke gesorgt hat. "Es kommt öfter vor, dass uns Kunden aus dem Ort anrufen, weil die Auto-Batterie leer ist. Dann schnappen wir das Lastenrad, packen Werkzeug und eine neue Batterie in die Transportbox und fahren so zum Wechsel. Das ist für uns am unkompliziertesten. Beim ersten Mal wurden wir ein wenig belächelt, 'was will der denn da?' - doch dann staunen die meisten, weil wir alles ganz einfach mit dem Lastenrad abwickeln können." Doch für Gärtner bietet das Radfahren nicht nur Flexibilität am Arbeitsplatz, sondern auch einen willkommenen Ausgleich zum Alltag in der Werkstatt: "Wir sind hier den ganzen Tag in der Garage am Tüfteln, da ist es schön, mal mit dem Rad rauszukommen und die Pedale in Gang zu setzen." So wie Gärtner geht es den meisten Menschen, die einmal mit einem Lastenrad gefahren sind. Dies bestätigt auch eine Zwischenbilanz des Forschungsprojekts "Ich entlaste Städte", bei dem bundesweit mehrere hundert Unternehmen Lastenräder testen durften: Für mehr als 98 Prozent der zurück gelegten Fahrten würden die Testpersonen erneut das Lastenrad nutzen wollen. Die Folgerung: Lastenradfahren ist nicht nur sinnvoll, sondern macht auch Spaß.

Für eine fahrradfreundliche Mobilitätskultur in Baden-Württemberg
Das Land macht sich stark für eine moderne und nachhaltige Mobilität. Der Anteil des Radverkehrs im Mobilitätsmix soll deutlich gesteigert werden. Die Initiative RadKULTUR ist bereits seit 2012 eine zentrale Maßnahme des Landes zur Förderung einer fahrradfreundlichen Mobilitätskultur. In enger Zusammenarbeit mit Kommunen und Unternehmen sowie mit der Unterstützung eines stetig wachsenden Partnernetzwerks, bietet die Initiative positive Radfahr-Erlebnisse in ihrer individuellen Alltagsmobilität. So wird deutlich: Das Fahrrad ermöglicht es, im Alltag zeitgemäß mobil zu sein.

Weitere Infos
www.radkultur-bw.de

 

Dienstag, Januar 26, 2021

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