Große Ziele: Schon 2025 will Volkswagen 1,5 Mio. E-Autos produzieren

Der neue ID.3 Der neue ID.3 Foto: Volkswagen AG

Alles soll noch schneller gehen - der Wolfsburger Autobauer hebt seine Prognose für die Produktion von E-Autos in 2025 deutlich an

Das ist mal eine mutige Ansage: Volkswagen will nun deutlich schneller namhafte Stückzahlen seiner Elektroautos produzieren - und natürlich auch verkaufen. Mit der Weltpremiere des neuen, vollelektrischen ID.3 im September und dem Produktionsstart im E-Auto-Werk Zwickau im November hat die Marke Volkswagen in 2019 schon mal zwei wesentliche Meilensteine erreicht. Nun steht das Jahr 2020 im Zeichen der Markteinführung der ID.-Familie: Ab Sommer werden die ersten ID.3 auf Europas Straßen fahren. Volkswagen will in den kommenden Jahren zum Weltmarktführer in der E-Mobilität werden und investiert dafür bis 2024 konzernweit 33 Milliarden Euro, davon 11 Milliarden in der Marke Volkswagen. Die strategische Zielmarke von einer Million E-Autos soll neuen Planungen gemäß bereits Ende 2023 und damit zwei Jahre früher als bisher vorgesehen erreicht werden.

Weltpremiere und Produktionsstart des ID.3
Mit der Weltpremiere des ID.3 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2019 hat Volkswagen im September das erste Modell einer komplett neuen Generation reiner Elektrofahrzeuge vorgestellt. Der ID.3 basiert auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen und bietet Reichweiten von 330 bis 550 Kilometern (WLTP). Die Basisversion des Modells wird weniger als 30.000 Euro kosten. Erstmals hat Volkswagen mit dem ID.3 zudem ein Pre-Booking angeboten. Bislang haben mehr als 37.000 Kunden den ID.3 reserviert und als Frühbucher eine Anzahlung geleistet.

Die Produktion des ID.3 ist im November im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel angelaufen. Gefertigt wird das Fahrzeug im Werk Zwickau, das für diesen Zweck komplett umgebaut wird. Ab 2021 laufen dort bis zu 330.000 E-Fahrzeuge pro Jahr vom Band. Zwickau wird damit zum größten und leistungsfähigsten E-Auto-Werk Europas. Auch international laufen die Vorbereitungen zum Anlauf der ID. Familie in China und den USA auf Hochtouren. Im chinesischen Werk Anting hat bereits die Vorproduktion der ID. Familie begonnen.

Volkswagen besetzt Geschäftsfelder rund um E-Mobilität
Im Rahmen seiner E-Offensive hat Volkswagen zudem eine Reihe von strategischen Geschäftsfeldern besetzt. Mit dem neu gegründeten Tochterunternehmen Elli treibt Volkswagen den Aufbau der Ladeinfrastruktur voran. Schon jetzt verzeichnet Elli mehr als 10.000 Stromkunden. Zusammen mit seinen Händlern baut Volkswagen zudem auch eigene Ladepunkte auf: Bis 2025 sollen insgesamt 36.000 Ladepunkte im Handel und an den Standorten in ganz Europa entstehen.

Offenes Konzept
Sehr clever ist die Öffnung des Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) für andere Hersteller. Als einer der ersten Automobilhersteller wird Ford den MEB nutzen. Das Unternehmen will ab 2023 ein MEB-Fahrzeug in Europa anbieten und rechnet mit mehr als 600.000 verkauften Fahrzeugen innerhalb von sechs Jahren. Für Volkswagen bringt das zwei Vorteile mit sich: Durch den Verkauf an andere Hersteller können viel höhere Stückzahlen produziert werden. Dadurch entstehen sogenannte Skaleneffekte; das Ergebnis: Die Produktion verbilligt sich deutlich. Der zweite, fast wichtigere Effekt ist aber die viel schnellere Marktdurchdringung und die Schaffung eines "Quasi-Standards". Falls das klappt, kommt weltweit beim Thema Elektromobilität an Volkswagen niemand mehr vorbei, denn auch wenn der Kunde das nicht sieht, steckt dann unter dem Blech überall VW-Technik drin.

Eigene Batteriezellenfertigung
Auch bei der Entwicklung, Erprobung und Fertigung von Batteriezellen hat Volkswagen entscheidende Weichen gestellt. Ab 2020 soll in Salzgitter eine 16-Gigawattstunden-Batteriezellfabrik entstehen. Der Start der Produktion ist für den Jahreswechsel 2023/2024 geplant. Dazu hat Volkswagen ein Joint-Venture mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt gegründet.

Ausblick 2020: Marktstart des ID.3
Im kommenden Jahr wird Volkswagen seine E-Offensive fortsetzen und weiter beschleunigen. Der ID.3 kommt ab Sommer 2020 auf den Markt. Zudem wächst die ID. Familie um weitere Mitglieder: Das erste vollelektrische SUV – die Serienedition des ID. CROZZ – feiert im Laufe des nächsten Jahres seine Weltpremiere. Auch die Produktion des Fahrzeugs soll noch in 2020 im E-Auto-Werk Zwickau starten. Im chinesischen Anting wird außerdem das weltweit zweite Volkswagen-Werk die Produktion von E-Autos auf MEB-Basis aufnehmen.

Noch läuft es nicht ganz rund
Aller Anfang ist schwer, erst Recht bei einer neuen Technik. So hakt es anscheinend aktuell noch bei der Software. Das "Manager Magazin" berichtet, dass der ID.3 zwar seit Anfang November 2019 gebaut, dabei jedoch noch nicht mit der vollständigen Softwareausstattung versehen werden kann. Deshalb müssten die frisch produzierten Fahrzeuge auf entsprechenden Parkfächen gelagert werden. Im nächsten Frühjahr sollen die Autos dann von Service-Trupps neue Software aufgespielt bekommen.

Donnerstag, Februar 20, 2020