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Folge 4: Räder und Reifen, Teil 1

Hummer H2
Breite Räder und Reifen machen am Auto nicht nur optisch einiges her, sie verbessern zum Teil auch das Fahrverhalten. Allerdings nur, wenn sich die „Breitenwirkung“ in vernünftigen Grenzen hält. Breitreifen können die Fahrstabilität steigern. Verantwortlich dafür ist die beim Breitreifen größere Aufstandsfläche, die eine geringere Flächenpressung bringt. Dadurch können bei Kurvenfahrten höhere Seitenkräfte aufgebaut werden und die Bremswege fallen kürzer aus. Ein echter Sicherheitsgewinn.
Häufig sind in den Fahrzeugpapieren schon alternative Reifendimensionen aufgelistet, aber auch eine Fülle von davon abweichenden Formaten erweitert den Tuning-Spielraum. Wichtig ist in erster Linie, dass der Abroll-Umfang der Breitformate möglichst mit dem der Serienbereifung übereinstimmt – je genauer, desto eher ist die Rad-/Reifenkombination verwendbar. Ansonsten weicht die Tachonadel zu drastisch vom tatsächlichen Tempo ab und auch Auswirkungen auf das Abgasverhalten sind möglich, denn bei über 8 Prozent Abweichung im Abrollumfang ist ein neuer Abgas-Nachweis erforderlich.
Wer also auf Räder mit größerem Durchmesser reflektiert, greift gleichzeitig zu entsprechenden Niederquerschnittsreifen. Die niedrigere Flankenhöhe von Breitreifen kommt gleichzeitig der Lenkpräzision zugute, denn hier fallen die Verformungen in der Seitenwand beim Einlenken geringer aus als bei Pneus mit standardmäßigen Querschnitten. Aber auch kritische Aspekte sollen nicht unter den Teppich gekehrt werden: Ausgesprochene Breitformate legen eine teils ausgeprägte Aquaplaning-Empfindlichkeit an den Regen-Tag.
Felgenbreite und Einpresstiefe beeinflussen zudem die Spurweite und können Lenkverhalten, Fahrstabilität, Geradeauslauf-Eigenschaften und wegen der höheren Momentanbeanspruchung an der Radaufhängung die Fahrwerksfestigkeit negativ beeinflussen. Hinzu kommen im Extremfall höhere Lenkkräfte, Antriebs- und Bremseinflüsse auf die Lenkung, eine Spurrillen-Empfindlichkeit und auch die Bremsenkühlung kann durch manche Felgentypen vermindert werden.
Üppige Breitformate beanspruchen zudem viel Platz im Radhaus, weshalb auf ausreichende Freigängigkeit zu Karosserie- (mind. 10 mm) und Fahrwerksteilen (mind. 5 mm) zu achten ist. Häufig müssen die Radausschnitte nach außen gezogen oder deren Kanten umgebördelt werden, es dürfen an den Felgen häufig nur noch Klebegewichte zum Auswuchten eingesetzt werden und eine Schneekettenmontage ist oft auch nicht mehr möglich.
Im Bereich von 30 Grad vor und 50 Grad hinter der Radmitte muss die Gesamtbreite des Reifens im Übrigen voll abgedeckt sein – eventuell entsprechende Radhausverbreiterungen montieren. Leichtmetallräder mit Teilegenehmigungen (in der Regel ABE) dürfen meist problemlos montiert werden – es sei denn, im Prüfzeugnis sind entsprechende Auflagen gemacht. Werden gleichzeitig aber Reifen aufgezogen, die nicht in den Fahrzeugpapieren stehen, ist immer eine Änderungsabnahme erforderlich. Und – denken Sie bei der Räderumrüstung auch daran, passende Radschrauben oder Radmuttern zu verwenden, wobei ein Satz Originalschrauben oder -muttern fürs Ersatzrad immer an Bord sein sollte.
Weitere Folgen:
Folge 2: Der Papierkrieg
Folge 3: Alles voll im Griff
Folge 5: Scheinwerfer
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