So bleibt Ihre Haut auch im Winter schön
Montag, den 26. September 2011

Bald ist Winter - eine große Strapaze für die Haut. Jeder kennt Spannungsgefühle, Schüppchenbildung und nicht zuletzt schmerzhafte Einrisse, beispielsweise an den Mundwinkeln und an den Fingerkuppen, wenn Väterchen Frost uns so richtig im Griff hat.

Pflegeprodukte, die unserer Haut helfen, den Winter unbeschadet zu überstehen, sind jetzt besonders gefragt. Dr. Hartmut Neufang, Leiter Forschung und Entwicklung bei frei Apothekenkosmetik, gibt Tipps, wie die Haut in der kalten Jahreszeit in der Balance und damit gesund und schön bleibt.

?: Warum ist die Haut im Winter trockener als im Sommer?
„Unsere Haut reagiert sehr flexibel auf veränderte Außenbedingungen. Hier spielt vor allem die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit, beispielsweise bei Minusgraden und in beheizten Innenräumen, gibt die Haut Feuchtigkeit nach außen ab. Außerdem produziert die Haut bei niedrigen Temperaturen weniger Fett und stellt die Fettproduktion sogar schon oberhalb der Null-Grad-Grenze ganz ein. Die hauteigenen Lipide sind aber besonders wichtig für die intakte Hautbarriere und damit für den Feuchtigkeitshaushalt und die Balance der Haut.“

?: Was hat dies für Konsequenzen für die Haut?
„Die Haut trocknet aus, und mit der nachlassenden Lipidproduktion fehlen der Haut wichtige Bausteine, um die Hautbarriere intakt zu halten. Sie wird durchlässig, gerät aus der Balance, und es geht noch mehr Feuchtigkeit verloren. Das äußert sich sowohl in Spannungs- und Trockenheitsgefühl als auch in Hautirritationen. Aufgrund der geschwächten Hautbarriere ist auch die Gefahr des Eindringens von Krankheitserregern und allergieauslösenden Stoffen höher. Nicht zuletzt kann es jetzt bei Neigung zu Neurodermitis und Ekzemen zu einer Verschlechterung kommen.“

?: Welche Pflege empfehlen Sie?
„Wichtig ist, dass die Hautbarriere regeneriert und die Balance aus Fett und Feuchtigkeit in der Haut wiederhergestellt wird. Bestimmte natürliche Öle wie Borretsch-, Nachtkerzen- und Jojobaöl ergänzen den Hydrolipidfilm der Haut und stabilisieren die Hautbarriere sofort. In Kombination mit Urea wird zusätzlich die Feuchtigkeitsversorgung verbessert und die hauteigene Lipidproduktion angeregt, sodass die Haut auch langfristig besser gegen das Austrocknen geschützt ist. Die Haut findet sozusagen wieder ihre individuelle Balance. Dieses Konzept wird beispielsweise in frei Hydrolipid Balance Feuchtigkeits- und IntensivCreme umgesetzt.“

?: Sind Feuchtigkeitscremes im Winter sinnvoll? Läuft man nicht Gefahr, dass die Haut einfriert?
„Es ist richtig, dass Cremes, die im Winter verwendet werden, reichhaltiger sein sollten als eine Creme für den Sommer. Leichte Gesichtsfluids und -Gele sind im Winter sicher nur für Menschen mit extrem fettiger Haut geeignet. Normale Haut oder gar trockene Haut sollte beim Aufenthalt drinnen durch eine gehaltvolle Feuchtigkeitscreme geschützt werden, während man die Haut beim Spaziergang draußen vor allem bei Minusgraden durch eine reichhaltige Creme mit höherem Fettanteil schützen sollte. Nähr- oder Intensivcremes auf Wasser-in-Öl-Basis oder sogar ein Hautöl schützen die Haut bei Kälte zuverlässig. Öle enthalten keine Emulgatoren oder Konservierungsmittel und sind deshalb besonders gut verträglich.“

?: Was müssen Menschen mit trockener Haut jetzt besonders beachten?
„Alles, was die Hautbarriere schädigt und der Haut Feuchtigkeit entzieht, muss vermieden werden, wie zum Beispiel die Haut mit heißem Wasser zu reinigen. Lieber lauwarmes Wasser nehmen, keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden und auf Peelings bei trockener Haut entweder ganz verzichten oder sie nur gezielt einsetzen. Auch auf Schaumbäder sollte verzichtet werden, besser sind Pflegebäder mit natürlichen Ölen. Hier muss man allerdings bedenken, dass diese keine reinigende, sondern ausschließlich pflegende Wirkung haben. Tabu sind außerdem intensive Sonnenbestrahlung und Solarium. Eine Ausnahme bildet der Einsatz von UV-Licht im Rahmen der Therapie von bestimmten Hauterkrankungen.“

!: Wir danken für das Gespräch.



 

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