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Was sich 2012 für Autofahrer und Verbraucher ändert
Freitag, den 27. Januar 2012

Auch in diesem Jahr haben sich Autofahrer auf zahlreiche neue Regelungen einzustellen. Damit soll das Autofahren zwar sicherer und umweltfreundlicher werden, doch könne es, wie der ACE vermutet, auch teurer werden. Die Neuerungen im Jahr 2012 reichen von Säumniszuschlägen für verspätete Hauptuntersuchungen über Änderungen bei der Pendlerpauschale bis hin zur Förderung der Partikelfilter-Nachrüstung, zu erweiterten Umweltzonen, geänderten Versicherungstarifen und zur EU-weiten Verfolgung von Verkehrssünden.

HU-Neuregelung:
Wird künftig die Frist für die fällige Hauptuntersuchung (HU) um mehr als zwei Monate überschritten, bleiben Autofahrer voraussichtlich ab April dieses Jahres von der Rückdatierung der Prüfplakette verschont. Allerdings müssten sie wegen angeblich höherem Inspektionsaufwand einen Aufschlag der Prüfgebühr (circa 50,50 bis 59 €) von 20 % hinnehmen, so der Auto Club Europa. Jene neu zugelassenen Autos, die in drei Jahren erstmals im April 2015 einer HU vorzustellen sind, müssen eine Probefahrt des Prüfers über sich ergehen lassen (mindestens bei 8 km/h, mit Lenkeinschlag nach links und rechts). Die HU-Novelle soll im Februar den Bundesrat passieren.

Umweltzonen:
Ab 1. Januar 2012 wurden in fünf Städten erstmals Umweltzonen eingerichtet, in weiteren 22
Kommunen treten zeitgleich schärfere Vorschriften in Kraft. Für Fahrzeuge mit einem erhöhten Schadstoffausstoß gelten dort künftig Zufahrtsbeschränkungen in abgestufter Form. Bei Verstoß wird ein Bußgeld in Höhe von 40 € fällig und ein Punkt in Flensburg. Bei Wiederholung droht die Stilllegung des Fahrzeugs. In Stuttgart sind Fahrzeuge mit gelber Plakette nicht mehr zugelassen. Aktuell sind in Baden-Württemberg Umweltzonen in folgenden Städten eingerichtet: Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Herrenberg, Ilsfeld, Karlsruhe, Leonberg, Ludwigsburg, Mannheim, Markgröningen, Mühlacker, Pfinztal, Pforzheim, Pleidelsheim, Reutlingen, Schwäbisch Gmünd, Tübingen und Ulm.

Modifizierte Kfz-Steuer:
„Je geringer der CO2-Ausstoß, desto günstiger die Steuer“, so das Motto der modifizierten Kfz-Steuer. Bereits seit dem 1. Dezember 2011 wird Autohändlern vorgeschrieben, Neufahrzeuge mit einer Energieverbrauchskennzeichnung zu versehen. Darin wird unter Berücksichtigung verschiedener Fahrzeugklassen der Kraftstoffverbrauch nach Effizienzgesichtspunkten bewertet. Seit dem Erstzulassungsdatum 1. Juli 2009 werden Pkw nach ihren CO2-Ausstoß besteuert. Bislang lag die Grenze der Steuerfreiheit bei einem Schadstoffausstoß von 120 g/km. Der steuerfreie Teil des CO2-Wertes verringert sich ab 1. Januar 2012 auf 110 g/km. Betroffen von dieser Neuregelung sind Besitzer von Fahrzeugen, die nach dem Jahreswechsel 2011/2012 erstmals zugelassen werden. Entscheidend für die Berechnung des Steuersatzes sind die Angabe des CO2-Wertes in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Feld V.7) sowie Hubraum und Antriebsart. Dies gilt auch für Fahrzeuge, die mit Gas, Ethanol, Pflanzenöl oder Bio-Diesel betrieben werden sowie für Hybrid-Fahrzeuge. Für erstmals zugelassene Diesel-Pkw gilt noch bis zum 31. Dezember 2013 eine befristete Steuerbefreiung in Höhe von maximal 150 €.

Partikelfilter-Nachrüstung:
Wer für einen Diesel-Pkw oder für ein leichtes Nutzfahrzeug bis 3,5 Tonnen eine Rußpartikelfilter-Nachrüstung vornehmen lässt, erhält dazu ab 2012 wieder einen Förderbetrag in Höhe von 330 € in bar.

Pendlerpauschale:
Die Vereinfachung der Entfernungspauschale war Ziel der modifizierten Regelung. So soll derjenige, der abwechselnd mit dem eigenen Fahrzeug oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt, dies nicht mehr täglich nachweisen müssen. Finanzämter sind angewiesen, jahresbezogen zu prüfen, ob dem Steuerzahler die Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten oder die Pendlerpauschale mehr nutzt. Für beide Möglichkeiten gilt jedoch die nicht mehr
überschreitbare Bemessungsgrenze von 4.500 €. Pendler, die früher über diesen Betrag hinaus ihre Aufwendungen absetzen konnten, müssen nun mit Einbußen rechnen.

Versicherungstarife:
Ab 1. Januar gelten bei den deutschen Kfz-Versicherern neu berechnete Regional- und Typklassen. Bei der Pkw-Haftpflicht verbleiben laut ACE rund 68 % der Fahrzeuge in der bisherigen Regionaleinstufung, ein knappes Drittel aller Autobesitzer muss sich auf neue Tarife einstellen. Bei der ebenso wichtigen Einstufung in Typklassen können 68 % aller Autobesitzer damit rechnen, die Typklasse des Vorjahres weiterhin nutzen zu können.

Europaweite Bußgeldvollstreckung:
Die Bußgelder werden künftig EU-weit vollstreckt. Mit der Einbeziehung von Italien, Irland, Griechenland und Belgien müssen Verkehrssünder künftig damit rechnen, dass Verkehrsstrafen europaweit eingetrieben werden.

Weitere neue Regelungen bzw. Planungen:
Das Flensburger Zentralregister beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) soll 2012 grundlegend reformiert und der Abbau von Punkten unter bestimmten Voraussetzungen erleichtert werden. Versprochen wurde dieses Vorhaben bereits im Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb; ein fertiges Konzept liegt allerdings noch nicht auf dem Tisch.

2012 soll die Spurbreite und Beschilderung an Baustellen verbessert werden. Bei Engpässen an Autobahnbaustellen soll die linke Spur nach Möglichkeit erweitert und dort die Spur für breitere Fahrzeuge freigegeben werden.

Das Wechselkennzeichen soll nun 2012 eingeführt werden. Damit können mindestens zwei Pkw wahlweise mit einem Kennzeichen genutzt werden, wenn sie den gleichen Halter haben.

Nachdem die Führerscheinprüfung am PC schon die konventionellen Fragebogen überflüssig gemacht hat, kommt laut ACE nun der nächste Schritt hin zum interaktiven Wissenstest. Vom kommenden Jahr an sollen bundesweit und flächendeckend Videofilme Bestandteil der Führerscheinprüfung werden.

Die bislang schon auf Bundesautobahnen geltende Maut für Lkw über 12 Tonnen soll im kommenden Jahr auf weitere Bundesstraßen ausgeweitet werden. Das entsprechende Gesetz zur Neuregelung mautrechtlicher Vorschriften für Bundesfernstraßen trat im Juli 2011 in Kraft.

Die Verbraucherorganisation EuroNCAP wird ab 2012 die Messlatte beim Crashtest nochmals höher legen. Beim Insassenschutz werden die Kriterien zur Erzielung von drei oder vier Sternen verschärft. Insgesamt müssen ab 2012 getestete Fahrzeuge deutlich bessere Gesamtnoten vorweisen können, um die begehrten EuroNCAP-Sterne zu erringen.

Von 1. Juli 2012 an sollen neu produzierte Autoreifen EU-weit mit einer Kennzeichnung versehen werden, aus der die spezifischen Eigenschaften des Reifens hervorgehen, etwa was den Rollwiderstandswert, die Haftung bei Nässe oder die Geräuschemissionen betrifft.
Die Lang-Laster sollen von 2012 an auf ausgesuchten Strecken erprobt werden. Dagegen machen mehrere Bundesländer rechtliche Bedenken geltend.

Energiemarkt:
EnWG, EU-Label, Öko-Design-Richtlinie – kaum jemand kennt die dicken Gesetzeswerke zum Thema Energie, die sich hinter diesen kryptischen Abkürzungen verbergen. Die Neuerungen, die sie für 2012 mit sich bringen, betreffen jedoch alle Haushalte unmittelbar. Dr. Eckhard Benner, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, erklärt, welche Veränderungen im nächsten Jahr besonders wichtig werden:

Schnellerer Anbieterwechsel:
Wer zu einem anderen Strom- oder Gasanbieter wechseln will, braucht ab dem 1. April 2012 nicht mehr so viel Geduld wie bisher. Denn dann gilt laut Energiewirtschaftsgesetz: Maximal drei Wochen, nachdem der neue Anbieter seinen Kunden beim Netzanbieter angemeldet hat, muss der Wechsel vollständig durchgeführt sein.

Bessere Information:
Ebenfalls im Energiewirtschaftsgesetz geregelt sind die neuen Informationspflichten der Anbieter gegenüber ihren Kunden. Ab Anfang Februar muss jede Rechnung Angaben zu Kündigungsterminen und -fristen, eine Einordnung des individuellen Verbrauchs sowie einen Hinweis auf die „Schlichtungsstelle Energie“ enthalten. Dort können Verbraucher ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren in Anspruch nehmen, wenn eine Beschwerde beim Versorger keine Einigung erbracht hat.

Verändertes Energieeffizienzlabel:
Schon bis spätestens 20. Dezember diesen Jahres wird das EU-Energieeffizienzlabel für alle einbezogenen Gerätegruppen verpflichtend. Damit gilt es nun beispielsweise auch für Fernsehgeräte. Neu ist außerdem die Kategorie A+++, die zurzeit allerdings nur bei Wasch- und Spülmaschinen, Kühl- und Gefrierschränken wirksam wird.

Marktverbot für Stromfresser:
Ab 2012 treten weitere Bestimmungen der Ökodesign-Richtlinie in Kraft. Die Richtlinie regelt, wie viel Strom Geräte maximal verbrauchen dürfen. Weniger sparsame Geräte werden dadurch allmählich vom Markt ausgeschlossen. So müssen etwa Kühlschränke, die ab Mitte 2012 in den Handel gelangen, mindestens 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als Geräte der Klasse A. Diese Modelle verschwinden dann vom Markt, und zur schlechtesten Effizienzklasse wird die Kategorie A+.

Aus für die 40-Watt-Glühbirne:
Im Jahr 2012 ist auch die 40-Watt-Glühbirne dran – ab 1.9.2012 darf sie nicht mehr produziert werden. Vorhandene Bestände dürfen aber noch verkauft werden.

Bei Fragen zu Versorgerwechsel, Stromrechnung oder effizienten Haushaltsgeräten hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 018 – 809 802 400 (0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer).

Verreisen mit Vierbeinern in der EU wird leichter
Ab Januar 2012 wird laut ADAC das Reisen mit Haustieren in der EU einfacher. Dann können Hunde und Katzen mit dem EU-Heimtierausweis, der Tollwut-Impfung und der Mikrochip-Kennzeichnung auch nach Großbritannien, Irland und Malta einreisen. Der bisher noch vorgeschriebene Tollwut-Antikörper-Nachweis und die Zeckenbehandlung fallen weg. Damit verkürzt sich die Wartezeit vor der Einreise in diese Länder von bisher sieben Monaten auf nur noch 21 Tage vor der Tollwut-Erstimpfung. Auch Schweden verzichtet ab Januar 2012 auf den Tollwut-Antikörpertest.





Weiterführende Links

http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

 

Baustellen in Stuttgart

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