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Klein, relativ leicht und wendig – der smart bietet sich als Basis für einen Elektroantrieb geradezu an. Bisher nur in Metropolen wie London, Amsterdam und Hamburg im Rahmen des Carsharing-Projekts Car2go bzw. für Behörden und Firmen als Leasingfahrzeug zu haben, kommt der kleine Stromer jetzt auch zu uns – und soll 2012 als Serienfahrzeug verkauft werden.
Schlüssel ins Zündschloss auf dem Mitteltunnel und ganz nach rechts gedreht: Der smart checkt seine Systeme, eine Pumpe (für den Druck im Bremssystem) springt an und es kann losgehen. Erste Überraschung: Völlig lautlos geht es nicht los – der Motor schickt ein drehzahlabhängiges Surren in den Innenraum, das zwar überhaupt nicht nervt und deutlich leiser ist als jeder Verbrennungsmotor, aber eben doch präsent. Erinnert ein bisschen an eine Straßenbahn. An eine Straßenbahn lässt auch das Fahrverhalten denken: Ist schon der „normale“ smart äußerst wendig und agil, liegt die Elektroversion wie auf Schienen. Der platzsparend zwischen den Achsen untergebrachte moderne Lithium-Ionen-Akku der zweiten e smart-Generation (die immerhin schon 2007 realisierte erste Variante fuhr noch mit einer Natrium-Nickel-Chlorid-Batterie) verlagert den Fahrzeugschwerpunkt nach unten und in die Mitte; das Gewicht sorgt außerdem für ein sehr komfortables Ansprechen des Fahrwerks. Beides zusammen lässt den lokal co2-freien smart noch etwas wuseliger und dabei stabiler durch den Innenstadtverkehr flitzen als seine konventionellen Brüder.
Der Antrieb kann in Sachen Dynamik leider nicht ganz mithalten: 120 Nm Drehmoment lesen sich nicht schlecht, aus dem Stand geht es flott bis Tempo 60 und auch seine Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h erreicht der Kleine ohne langen Anlauf. Trotzdem wirkt der Motor insgesamt ein wenig träge – die Charakteristik des ganzen Systems ist spürbar auf akkuschonende Reichweite statt kurzfristige Sprints ausgelegt. Was auch sein Gutes hat: Schlägt man sich als Elektronovize noch ständig mit Fragen wie „Wie weit komme ich noch?“ und „Was mache ich, wenn ich jetzt mit leerem Akku liegenbleibe?“ herum, nimmt der smart dem Fahrer mit jedem Kilometer etwas von seiner Nervosität. Denn weder der Betrieb im hektischen Stuttgarter Feierabendverkehr noch vermeintlich Energie zehrende Ausflüge in das hügelige Umland verleiten die Verbrauchsanzeige zu hektischer Aktivität – manch anderes Elektromobil reagiert deutlich sensibler auf die Fahrweise und die geografischen Bedingungen. Nach einer gewissen Zeit hat man das Auto verstanden und schwimmt ganz entspannt im Verkehr mit. Vorausschauend gefahren verirrt sich der Blick nur noch selten auf die Verbrauchsanzeige oder die aktuelle Restreichweite – und wenn, stellt man befriedigt fest, dass man häufig sogar Strom produziert, statt welchen zu verbrauchen. Denn natürlich verfügt auch der smart über die aktuellste Technik zur Energierückgewinnung im Schiebebetrieb und beim Bremsen (Rekuperation).
rfahrene smart-Fahrer werden erfreut feststellen, dass das im zweiten Gang arretierte Getriebe wirklich stufenlos agiert und die von manchen immer noch kritisierten Schaltwechselreaktionen der Automatik in der Elektroversion gänzlich entfallen. Ansonsten unterscheidet sich der geladene Cityflitzer äußerlich durch einen zweiten Tankdeckel (unter einem steckt die Ladedose für das 220 Voltnetz, unter dem anderen die Schnellladeversion) sowie natürlich den Wegfall des Auspuffs von seinen Verbrennungsbrüdern. Und die Zusatzinstrumente auf dem Cockpit für Drehzahl und Uhrzeit zeigen geben Auskunft über den aktuellen Verbrauchsstatus und die Kapazität der Akkus – das wars. Weder die auffällige Lackierung in weiß und grünmetallic noch die riesigen Aufkleber „electric drive“ sorgen im Stadtverkehr für Aufsehen – dass der smart jetzt abgasfrei unterwegs ist, scheint für viele eine Selbstverständlichkeit. Insofern trägt auch er ganz unaufgeregt und unauffällig seinen Teil dazu bei, das Thema Elektromobilität vom Image des Müslischroters und Latzhosenträgers zu befreien – Verzicht ist im täglichen Betrieb sowieso nicht angesagt. Der smart ed ist ein vollwertiges Auto – mit allen modernen Komfort- und Sicherheitsfeatures, die man als Kunde erwarten darf.
Und der Preis? Derzeit bekommt man den smart ed im nur Leasing – für stramme 790,- € monatlich. 2012 soll das Auto lt. Prof. Dr. Herbert Kohler, Leiter E-Drive und Future Mobility bei Daimler, für „unter 30.000,- €“ erhältlich sein. Wer jetzt schon einmal Probe fahren möchte, sollte sich den 5./6. August notieren – dann kommt der „smart Probefahrtevent 2011“ auf den Kronprinzplatz in Stuttgart. Und der e smart ist mit dabei.
| smart electric drive |
| Baujahr: |
2011 |
| Listenpreis |
nur im Leasing erhältlich |
| L / B / H: |
2,50/ 1,52 / 1,55 m |
| Leergewicht: |
854 kg |
| Zuladung: |
155 kg |
| Gepäckraum: |
220 Liter |
| Sitzplätze: |
zwei |
| Batteriekapazität: |
16,5 kWh |
| Leistung: |
30 kW/ 41 PS |
| Drehmoment: |
120 Nm |
| Ladezeit bei 220V: |
8 h |
| Spitze: |
112 km/h |
| 0 auf 60 km/h: |
6,5 Sekunden |
| Reichweite: |
135 km |
| CO2-Austoß: |
0 g/km |
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Bildquelle: mgs
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Bildquelle: Hersteller
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