|
Mit dem Focus Coupé-Cabriolet haben auch die Kölner ein trendiges Klappdachcabrio im Pogramm. Überzeugen auch die inneren Werte des chicen Rheinländers?
Mit dem Escort-Nachfolger Focus mischt Ford seit exakt 10 Jahren erfolgreich in der Kompaktklasse mit - 2004 wurde die Baureihe kräftig überarbeitet. 2007 schoben die Kölner das bildschöne, vom italienischen Designstudio Pininfarina gezeichnete und auch in Turin gefertigte Klappdach-Cabrio nach. auto EXPRESS fuhr die Titanium-Ausstattung mit dem 2 Liter Benzinmotor mit 107 kW/145 PS.
Kein Nippes:
Obwohl der Ford keine wirkliche Neuheit mehr ist, zieht er offen und geschlossen die Blicke der Passanten auf sich. Dass ein Modell des nicht eben für gestalterische Großtaten bekannten Massenherstellers dermaßen viel positive Aufmerksamkeit erregt, dürfte zuletzt in den 70er Jahren mit dem berühmten „Knudsen-Taunus“ der Fall gewesen sein. Aber das sportliche Coupé ist ein echter Hingucker – sehr klar gezeichnet, mit einem schnörkellosen Heck, einer stark betonten Dachlinie und dem bekannten zweigeteilten Grill, der das aktuelle Markengesicht gekonnt in die elegante Linie integriert. Geöffnet ist das Dach komplett im Kofferraum versenkt – der Focus wirkt dann durch die große Heckklappe noch gestreckter. Der Preis für die Eleganz ist die eingeschränkte Übersicht nach hinten – das Heck muss beim Einparken erahnt werden. Abhilfe bietet das optionale Park-Pilot-System. Auch im Innenraum ist alles aufgeräumt und klar gegliedert. Die Verarbeitung der hochwertigen Materialien überzeugt, vor allem die Kunststoffe machen einen weit besseren Eindruck, als dies manch anderer Hersteller hinbekommt. Die Teillederausstattung in hellem Braun passt gut zum blauen Lack des Fahrzeugs und wertet den Innenraum auf. Insgesamt überzeugt der Qualitätseindruck.
Nur schöner Schein?
An der Bedienbarkeit und Praxistauglichkeit gibt es nichts auszusetzen. Fahrer und Beifahrer sitzen auf bequemen und straffen Sitzen, die sich weit verstellen lassen. Auch das Lenkrad läßt sich für jede Fahrergröße optimal einstellen. Platz steht vorn mehr als ausreichend zur Verfügung, auch die Kopffreiheit geht trotz der ausgeprägten Coupé-Silhouette in Ordnung. Nur der obere Scheibenrahmen kommt dem Köpfen, vor allem beim Einsteigen, recht nahe. Dafür sitzt man mit geöffnetem Dach auch bei hohen Geschwindigkeiten (und hochgefahrenen Seitenscheiben) geborgen wie in Abrahams Schoß. Hinten wird es allerdings knapp, vor allem im Kniebereich, wenn auf den Vordersitzen groß Gewachsene Platz nehmen. Auf der Rücksitzbank beeinträchtigt die abfallende Dachlinie die Kopffreiheit. Aber die Rücksitzbank bietet sich sowieso als Ergänzung des bei geöffnetem Dach nur knapp 250 Liter bietenden Kofferraumes an – zumal die Verriegelungsmechanik die Nutzung des gut zugänglichen, aber flachen Gepäckabteils weiter einschränkt. Insgesamt ist der Italiener aus dem Rheinland ein völlig unproblematisches und uneingeschränkt alltagstaugliches Auto für das ganze Jahr.
Gleiter statt Raser:
Zum unaufgeregten und souveränen Auftritt passen auch Abstimmung und Antrieb: Das Fahrwerk ist komfortorientiert, ohne zu weich oder schaukelig zu sein. Kurze Fugen wie lange Wellen werden anstandslos geschluckt, dabei kommt wenig bei den Passagieren an. Die exakte und nicht zu leichtgängige Servolenkung gibt ausreichend Rückmeldung, die montierten 205er Reifen auf optionalen 17-Zöllern bieten viel Grip ohne übertriebene sportliche Härte – Kurven durcheilt der Focus auch bei hohen Geschwindigkeiten mit sehr wenig Seitenneigung oder Wankbewegungen. Das manuelle 5-Ganggetriebe läßt sich in klar definierten Gassen ford-typisch unmissverständlich schalten und die Gangabstufungen passen. Der 2-Liter Duratec-Motor harmoniert vorzüglich mit diesem Konzept: Er liefert seine Leistung unaufdringlich und angenehm leise. Das Triebwerk läuft für einen Vierzylinder seidenweich und dreht turbinenartig hoch – das maximale Drehmoment von 185 Nm steht bei moderaten 4.500 Touren zur Verfügung. Damit steht für durchaus flottes Cruisen auf kurvigen Landstrassen immer ausreichend Vortrieb zur Verfügung – die verschärfte Kurvenhatz auf der letzten Rille ist nicht die Domäne des Kölners.
Mehr-Wert:
Ein Listenpreis von über 28.000 € ist nicht wirklich billig. Aber die Konkurrenz macht es auch nicht günstiger, wenn sie denn überhaupt etwas Vergleichbares im Angebot hat (ein ähnlich motorisierter VW Eos 2.0 FSI kostet in der Basisversion 28.925 € und bei Audi beginnen die Preise für das A4 Cabriolet erst bei 35.250 €). Ford bietet neben der guten Serienausstattung im Komfort- wie im Sicherheitsbereich mit dem Titanium-Paket unter anderem so sinnvolle Goodies wie eine Geschwindigkeitsregelung, einen Regensensor, Leichtmetallräder in 17 Zoll-Ausführung, eine Klimaautomatik mit gekühltem Handschuhfach, ein griffiges Lederlenkrad sowie einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz.
Unsere Empfehlung: Derzeit steht das nochmals besser ausgestattete Editionsmodell „Black Magic“ beim Ford-Händler – mit dem 2-Liter-Benziner für 28.100 €; der drehmomentstarke TDCI-Diesel kostet faire 30.100 €.
| Ford Focus Coupé-Cabriolet 2.0 Titanium |
| Baujahr: |
2008 |
| Basispreis |
28.075 € |
| L / B / H: |
4,51 / 1,83 / 1,46 m |
| Radstand: |
2,64 m |
| Leergewicht: |
1.544 kg |
| Zuladung: |
406 kg |
| Gepäckraum: |
248 – 543 Liter |
| Sitzplätze: |
vier |
| Motor: |
Vierzylinderreihenmotor |
| Hubraum: |
1.999 cm³ |
| Leistung: |
107 kW / 145 PS bei 6.000 U/min |
| Drehmoment: |
185 Nm bei 4.500 U/min |
| Getriebe: |
5-Gang-Schaltgetriebe |
| Spitze: |
208 km/h |
| 0 auf 100 km/h: |
10,3 Sekunden |
| Normverbrauch: |
7,5 Liter Super |
| CO2-Austoß: |
179 g/km |
|
Weiterführende Links
Zur Herstellerseite
Bildquelle: mgs
|