Banner
MINI Cooper S ALL4 Countryman
Freitag, den 24. September 2010

Mit dem brandneuen Countryman hat die Mini-Familie Zuwachs bekommen – ein ab Geburt ausgewachsenes Baby quasi. Denn der Crossover sprengt die 4 Meter-Grenze mühelos. Überhaupt, die Vier…

Vier Türen, vier Einzelsitze, über vier Meter Länge, auf Wunsch Vierradantrieb – die Werbung dreht sich (fast) nur um die Vier. „Aller guten Dinge sind Vier“ oder „Vier gewinnt“ lauten die Slogans. Was ist dran? Auf den ersten Eindruck beeindruckt die Größe. Der Countryman steht nicht nur länger (+ 38 cm) und breiter (+ 11 cm) sondern vor allem höher (+ 15 cm) als der normale Cooper S vor dem Betrachter. Was insgesamt für einen sehr erwachsenen Auftritt sorgt. Wobei den Designern das Kunststück gelang, die typischen Mini-Proportionen zu erhalten – der Neue steht nicht einfach hochbeinig auf den (aufpreispflichtigen) 18-Zöllern im Schmiedefelgenlook, sondern zeigt, dank hoher Gürtellinie und konsequentem Festhalten an der gestalterischen Hauslinie aus jedem Blickwinkel sofort seine Familienzugehörigkeit. Passanten drehen sich trotzdem (oder gerade deshalb) nach ihm um – „Ist das der Neue?“, „Ganz schön groß“, „Sieht der aber toll aus“ sind die üblichen Kommentare an der Tankstelle und vor dem Supermarkt.

Wer einsteigt, merkt sofort, dass die gewachsenen Außenmaße nahezu vollständig den Passagieren zu Gute kommen. Das Platzangebot ist vorn wie hinten nicht nur für Mini-Verhältnisse herrschaftlich, an Kopf- wie Beinfreiheit herrscht kein Mangel und auf den beiden Einzelsitzen im Font kann man guten Gewissens zwei Erwachsene unterbringen. In Verbindung mit der hohen Sitzposition auf den bequemen und gut konturierten Sitzen stellt sich so ein völlig neues Raumgefühl ein. Cockpit, Armaturenbrett, Schalter und Sitze kommen dagegen jedem Fan der Marke vertraut vor – weder an den hübschen Kippschaltern noch am ungünstig zentral gelegenen Tacho (der jetzt das Display für den Bordcomputer und ggfls. das Navigationssystem beinhaltet) haben die Designer etwas verändert. Mit der Verlängerung der Mittelkonsole nach hinten bis zu den Rücksitzen wurde eine schicke und praktische Lösung gefunden, das typische Mini-Design mit 2 weiteren Becherhaltern und einem zusätzlichen Handyfach sinnvoll zu verbinden. Und den Fahrer überrascht ein Handbremshebel, der im Design an die Powershifter früher US-Musclecars erinnert. Noch einmal gewonnen hat die Verarbeitungsqualität: Oberflächen, Schalter und Materialien erfüllen jetzt anstandslos den Premiumanspruch der Mutter BMW. Die hinteren Türen öffnen weit und ermöglichen den Einstieg ins Passagierabteil ohne Verrenkungen – im direkten Vergleich kann die Designerluke des Mini Clubman dagegen nur verlieren.

Drei Benzin- und zwei Dieselmotoren werden zur Markteinführung angeboten. Die Auswahl der Benzinmotor-Varianten reicht vom MINI One Countryman mit 72 kW/98 PS über den MINI Cooper Countryman (90 kW/122 PS) bis zum 135 kW/184 PS starken MINI Cooper S Countryman, dessen 1,6 Liter großer Vierzylinder der weltweit effizienteste Motor seiner Hubraumklasse ist. Außerdem sind die Dieselmodelle MINI One D Countryman (66 kW/90 PS) und MINI Cooper D Countryman (82 kW/112 PS) verfügbar. Alle Modelle erfüllen die Abgasnorm EU5.

Unter der Haube des Testwagens steckt der stärkste Antrieb mit 184 PS. Der turbobefeuerte Vierzylinder geht gewohnt kernig zur Sache, liefert Dampf ab etwa 3.000 Touren und macht mit seinem sportlichen Sound und seiner Gier nach Drehzahl kein Geheimnis aus seiner motorsportlichen Anlage. Trotzdem bleibt der Verbrauch mit 6,7 Litern nicht zuletzt dank der Start-Stop-Automatik in Grenzen. Wer ausreizt, was der Motor hergibt, erreicht Tempo 100 knapp unter 8 Sekunden – auf der Autobahn ist bei 210 km/h Schluss. Das manuelle 6-Ganggetriebe schaltet sich auf recht kurzen Wegen präzise, aber etwas knorpelig. Gegen Aufpreis ist der Countryman mit einer 6-Gangautomatik erhältlich.

Länger, höher und 240 kg (oder 20%) schwerer als der Cooper S – geht auch der Countryman wie das sprichwörtliche Gokart? Ja und Nein. Nein, weil länger, höher und schwerer als physikalische Gegebenheiten auch vom genialsten Entwickler nicht über Lenkungs- und Fahrwerksabstimmung außer Kraft gesetzt werden können. Ja, weil auch der Countryman durch eine Fahrdynamik glänzt, die in seiner für ihn neuen Klasse ihresgleichen sucht. Man ist weiterhin der Schnellste im Kreisverkehr, zackt mit der direkten und präzisen Lenkung um engste Ecken und wünscht sich auf längeren Geraden Pylonen, um die man Slalom fahren könnte. Dabei bleibt auch der große Mini stoisch in der Bahn, Wankbewegungen der höheren Karosserie finden kaum statt. Die Fahrwerksabstimmung ist insgesamt mit dem Rest der Familie eng verwandt: spürbar straff, aber nicht zu hart – den guten Langstreckenkomfort verschlechtern auch die 18-Zöller nicht. Unterm Strich also jede Menge Fahrspaß – typisch Mini eben.

20.200 € kostet der Einstieg in die Welt des britischen Landadels – für den Countryman One mit 98 PS. Wobei die Fahrleistungen des Basismodells schon auf dem Papier wenig Freude versprechen – eine Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal 173 km/h ist deutliches Indiz. Andererseits: Nicht jeder nutzt die sportlichen Anlagen von Fahrwerk und stärkerem Antrieb auch aus – eine Frage des persönlichen Geschmacks und Anspruchs also. Für mehr Fahrspaß sollte es schon eine der besser motorisierten Versionen sein. Der Aufpreis von 1.700 € für den Allradantrieb lässt sich nur für wenig Einsätze abseits befestigter Strassen oder bei sehr winterlichen Verhältnissen rechtfertigen – für das Geld gibt es schickere oder praktischere Extras in der Preisliste wie z.B. das Navigationssystem Business (€ 1.590,-) oder das im Testwagen verbaute elektrische Glasdach (€ 980,-) und die bildschönen 5-Star Double Spoke-Felgen (€ 500,-). Alle Motorisierungen haben serienmäßig u.A. die dynamische Stabilitätskontrolle, geteilt umklappbare Fontsitze, eine Klimaanlage, eine Audioanlage mit CD, MP3/WAV-Laufwerk sowie Wärmeschutzglas an Bord, ab der Version Cooper gibt’s außerdem die Start-Stop-Automatik und ein System zur Bremsenergierückgewinnung. Für mehr Wünsche nach Individualisierung haben die Münchner ein bekannt offenes Ohr – mit der Vielzahl an Paketen, Extras und Zubehör ist es keine große Kunst, auch denn Countryman Mini-typisch zum Einzelstück zu konfigurieren.

Unser Fazit: Mit dem neuen Crossover verlässt die Marke endgültig die Welt der Singles und DINKs (Double Income, no Kids). Der Countryman ist familientauglich und bietet genug Platz für 4 (da ist sie wieder) Erwachsene mit Gepäck. Charakter hat er ab Geburt jede Menge und beim Fahrspaß gibt es so gut wie keine Abstriche. Einzig der Preis könnte jungen Familienvätern oder –müttern einen Strich durch die Rechnung machen – rationale Gründe gegen den Countryman als vollwertiges Familienmobil mit reichlich Stil gibt es nicht.



MINI Cooper S ALL4 Countryman
Baujahr: 2010
MINI Cooper S ALL4 Countryman
Listenpreis 27.900,- €
L / B / H: 4,11/ 1,79 / 1,56 m
Leergewicht: 1.380 kg (+240 kg oder 20%)
Zuladung: 460 kg
Gepäckraum: 350 bis 1.170 Liter
Sitzplätze: vier
Hubraum: 1.598 cm3
Leistung: 135 kW/184 PS
Drehmoment: 240 Nm
Getriebe: 6-Ganggetriebe
Spitze: 210 km/h
0 auf 100 km/h: 7,9 Sekunden
Normverbrauch: 6,7 Liter Super
CO2-Austoß: 157 g/km


Weiterführende Links

http://www.mini4you.de

http://www.bmw-zeisler.com/


Videos

Es wurden 2 Videos zu MINI gefunden



MINI Cabrio One

MINI Countryman TV Commercial: Flow
 

Baustellen in Stuttgart

Aktuelle Benzinpreise

Werbung